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Die DIN 33430 zur Eignungsdiagnostik

Die DIN-Norm DIN 33430 Version 2016 beschreibt Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik (2002 war der Name Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen). Die erste Fassung wurde 2002, eine überarbeitete Form 2016 veröffentlicht.


In Deutschland werden pro Jahr 30 bis 50 Millionen Personalentscheidungen gefällt. Wie das dazugehörige qualitativ hochwertige Verfahren der Eignungsbeurteilung und Personalauswahl auszusehen hat, ist in Experten- und vielen Anwenderkreisen weitgehend bekannt. In Großbritannien und in den Niederlanden wird die Qualität der Personalauswahl seit Jahren durch verschiedene Maßnahmen von Fachgesellschaften gefördert. In Deutschland hingegen waren die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen nur bedingt in Standards umgesetzt, die eine entsprechende Qualität in der Eignungsbeurteilung gewährleisten; die vorhandenen Standards fanden zudem keine Beachtung.

Standards für die berufsbezogene Eignungsbeurteilung und die an der Eignungsbeurteilung Beteiligten

Diese Situation hat sich seit 2002 mit der Veröffentlichung der DIN 33430, in der Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen formuliert sind, grundlegend geändert. Mit der DIN 33430 werden die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen nun allseits nutzbar gemacht.

Die Erstellung der DIN 33430 geht auf eine Initiative des Berufsverbandes deutscher Psychologen (BDP) aus dem Jahr 1994 zurück. Am 9. Juni 1997 nahm ein DIN-Ausschuss unter Vorsitz von Prof. Dr. Lutz F. Hornke (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) die Arbeit auf. Der Ausschuss wurde mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis, von Unternehmen, Behörden, Verbänden und Verlagen besetzt, um unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen. Die Präsidien des BDP und der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) sowie deren Fachkommissionen haben den Entwicklungsprozess konstruktiv unterstützt.

Die DIN 33430 umfasst 15 Seiten Text und sieben Seiten Glossar. Sie begreift die Qualitätssicherung in der Personalbeurteilung als Chance, um

  • der Beliebigkeit bei Personalbeurteilungen entgegenzuwirken,
  • seriöse interne Anbieter (z. B. Personalabteilungen) und externe Anbieter (z.B. ein beauftragtes Beratungsunternehmen) zu stärken und
  • Betroffene vor unsachgemäßen Verfahren und Vorgehensweisen der Eignungsbeurteilung zu schützen.

Um diese Ziele zu erreichen, wird der gesamte Prozess der Eignungsbeurteilung als eine Einheit gesehen. Die DIN 33430 formuliert daher Anforderungen für

  • (1)  die Arbeits- und Anforderungsanalyse,
  • (2)  die Auswahl der diagnostischen Strategie und diagnostischen Verfahren,
  • (3)  die Durchführung und Auswertung von Verfahren einschließlich der Interpretation der Ergebnisse sowie
  • (4)  die Evaluation und Qualitätssicherung. Außerdem
  • (5)  berücksichtigt die Norm die Perspektive der zu beurteilenden Personen und formuliert
  • (6)  Anforderungen an die Kenntnisse und Erfahrungen der Verantwortlichen und sonstigen Mitwirkenden.

Die Forderungen der DIN 33430

Unter anderem fordert die DIN 33430

  • dass die zur Eignungsbeurteilung eingesetzten Verfahren auf Grundlage einer Arbeits- und Anforderungsanalyse festgelegt werden,
  • dass die Regeln zur Auswertung, Interpretation und Entscheidung vorab festgelegt werden, dass für jedes Beurteilungsverfahren (so auch für Interviews und Assessment Center) ausführliche Verfahrenshinweise (Manuale) vorliegen, damit verschiedene, unabhängige Beurteiler in gleicher Weise vorgehen und zu vergleichbaren Ergebnissen und Urteilen kommen können,
  • dass die zur Eignungsbeurteilung herangezogenen Normwerte der Referenzgruppe der Kandidaten entsprechen (z. B. ist die Beurteilung von Managern nicht normgerecht, wenn sie anhand von Normentabellen erfolgt, die aus Realschülerdaten abgeleitet wurden),
  • dass die Validität der eingesetzten Verfahren empirisch nachgewiesen ist,
  • dass die Kennwerte der Güte der Verfahren sowie die Normwerte spätestens alles acht Jahre überprüft werden,
  • dass der gesamte Prozess der Eignungsbeurteilung, einschließlich der Gütekriterien der Verfahren und der Entscheidungsregeln, nachvollziehbar dokumentiert wird,
  • dass die Verantwortlichen und Mitwirkenden Kenntnisse und angeleitete Praxiserfahrung im Bereich der Eignungsdiagnostik aufweisen. Die benötigten Kenntnisse und Erfahrungen sind in der Norm detailliert aufgelistet.

Die föderative Fortbildung

Nachdem die DIN 33430 zur betrieblichen Eignungsbeurteilung in 2002 veröffentlicht wurde, hat das Testkuratorium der Föderation der Deutschen Psychologenvereinigungen ein Fortbildungsprogramm und eine dazugehörige Lizenzprüfung für alle in der Personalarbeit Tätige entwickelt. Diese Intensivtrainings bestehen aus sechs frei wählbaren Modulen.

Die Prüfungsvoraussetzungen sind in der Fortbildungs- und Prüfungsordnung der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen zur Personenlizenzierung für berufsbezogene Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 (PDF, 139 KB) geregelt.

Qualifizierte Ansprechpartner in Sachen Eignungsbeurteilung

Im Portal zur DIN 33430 finden sich Namen und Kontaktdaten von DIN 33430-Lizenzinhabern, geordnet nach Lizenzen für Auftragnehmer (A), Mitwirkende an Eignungsinterviews (ME) und Verhaltensbeobachtungen (MV).

Literaturhinweise

Kontaktdaten der Föderation

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP)
Bundesgeschäftsstelle
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin

Fon: 030 209 166 600
Fax: 030 209 166 680
E-mail an den BDP


Deutsche Gesellschaft für Psychologie e. V.
Geschäftsstelle
Postfach 42 01 43
D-48068 Münster

Fon: 02533 2811520
Fax: 02533 281144
E-mail an die DGPs


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